Konflikt im Betrieb - Lösen per Mediation
Das neue Gütesiegel "Zertifizierter Mediator"

7.500 Mediatoren in Deutschland, jährlich1.000 neue Mediatoren dazu, 100 Ausbildungsinstitute für Mediation. Das sind erstaunliche Zahlen des Statistischen Bundesamtes. Mediator kann sich bisher jeder nennen, zusätzlich verleihen Ausbildungseinrichtungen nach eigenem Gutdünken Titel wie Mediator mit Zertifikat bzw. Anerkennung. Jetzt kommt rechtsverbindlich Ordnung in den Markt durch die Bezeichnung "Zertifizierter Mediator". Das regelt die Verordnung über die Aus- und Forbildung zertifizierter Mediatoren vom 21. August 2016 des Bundesministers der Justiz und für Verbraucherschutz. Diese Rechtsverordnung tritt am 1. September 2017 in Kraft.

Die Verordnung schafft Klarheit, wer sich als "Zertifizierter Mediator" bezeichnen darf. Geregelt sind die dafür erforderliche Aus- und Fortbildung mit Zeitrahmen und Inhalten, die praktische Erfahrung in der Mediation sowie die Anforderungen an die Aus- und Fortbildungseinrichtungen. Übergangsbestimmungen für bereits tätige Mediatoren sind ebenfalls geregelt.

Nutzen für Mediator und Auftraggeber

Der Auftraggeber eines Mediationsverfahrens kann sich darauf verlassen, dass ein "Zertifizierter Mediator" über eine fundierte Qualifikation und praktische Erfahrung in Sachen Mediation verfügt. Bei nichtzertifizierten Mediatoren sind diese Qualifikationen erst aufwendig zu hinterfragen. Für den Mediator selbst zeugt das Gütesiegel für seine Kompetenz. Damit hat er eine bessere Stellung im Markt.

Allerdings ist das Gütesiegel nur ein nützlicher Einstieg in den Markt der Mediation. Letztlich entscheidend sind Qualität und positive Ergebnisse der durchgeführten Mediationsverfahren. Darüber entscheiden aber nicht bestimmte Gremien, Rechtsverordnungen oder der Mediator selbst, sondern der Auftraggeber und die an dem Verfahren beteiligten Konfliktparteien.