Konflikt im Betrieb - Lösen per Mediation
Sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz:
Vorwürfe klären durch Mediation

Vorwürfe der sexuellen Belästigung sind nicht nur in Hollywood ein aktuelles Thema sondern laut Umfragen auch weit verbreitet in deutschen Unternehmen. Hier ist das Eingreifen des Arbeitgebers erforderlich. Einmal aufgrund seiner rechtlich geregelten Schutzpflicht gegenüber den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Zum anderen, um Rufschädigung vom Unternehmen abzuwenden und den Betriebsfrieden zu wahren.

Als sexuelle Belästigung gelten laut AGG § 3 Abs. 4 (Allgemeines Gleichbehandlungs-gesetz) anzügliche Bemerkungen oder Witze, unangemessene Blicke oder sexuelle Gesten, unerwünschte körperliche Berührungen oder pornografische Mails. Das kann, unabhängig vom Geschlecht, zwischen Kollegen und Kolleginnen und auch zwischen Vorgesetzten und, meistens weiblichen, Mitarbeitern stattfinden. Entscheidend ist, dass diese Handlungen bei der betroffenen Person unerwünscht sind.  Bei diesem Konflikt, oft verbunden mit dem Vorwurf des Mobbing, sind  die Tatbestände in den meisten Fällen zunächst unklar. Auf der einen Seite der Vorwurf des "Opfers" wegen sexueller Belästigung. Andererseits der Vorwurf des "Täters", der die Belästigung abstreitet, wegen übler Nachrede oder Verleumdung.

Was kann Mediation in diesen Fällen leisten? Ziel ist es, eine für beide Konfliktparteien  annehmbare Übereinkunft für ihre künftige Beziehung am Arbeitsplatz zu finden. Zunächst geht es darum zu klären, wer vermeintlich was wann wo und wem gegenüber gesagt oder getan hat. Dabei geht es nicht um das Finden objektiver Wahrheit. Der Mediator ist kein Richter. Es geht um die Trennung zwischen wahrgenommenen Handlungen und deren Interpretation. Wird ein Witz, eine Berührung als sexuelle Belästigung empfunden oder waren das nur unbedachte Sprüche, harmlose Flirtversuche unter Kollegen? Wenn es dem Mediator gelingt, die unterschiedlichen Wahrnehmungen der Beteiligten deutlich werden zu lassen und jeder das Wahrnehmen und Empfinden des anderen akzeptiert, ist schon viel gewonnen. Auch eine Erklärung und Entschuldigung, dass keine  Entwürdigung, Abwertung oder Kränkung beabsichtigt war, kann sehr hilfreich sein.

Das Ergebnis einer erfolgreichen Mediation ist eine gemeinsame Vereinbarung, dass die Vorwürfe aufgearbeitet und vom Tisch sind. Ebenso, dass künftig bei einer ähnlichen Situation sofort und direkt eine Rückmeldung erfolgt, wie das unerwünschte Verhalten empfunden wird. Zusätzlicher Nebeneffekt der Mediation kann die Absprache sein, wie die Kommunikation untereinander und im Team zu verbessern ist.

Für alle Beteiligten im Unternehmen ist Mediation mit einem externen Mediator, außerhalb juristischer Verfahren, die bessere Lösung.         

zertifizierter Wirtschaftsmediator (IHK)